Jürgen Lodemann
Schriftsteller, Filmemacher


Was ihn umtreibt, den "Büchermacher",  "Filmemacher"?

Tausendjähriges Nibelungenlied - Das Europajahr 1848 - Grundgesetz - Zwölf-Großstädte-Stadt Ruhr - Irland - "Endlager" - Medien - Mars - Erde


und ein Satz im letzten Brief eines 19jährigen beim Start zweier Weltkriege (Flandern 1914):

"Irgendetwas stimmt an Deutschland nicht."


Denkweisen, die es möglich machen, dass Liebenswürdigste einander auch zerfleischen, massenhaft.

 Etwa die falsch verstandenen Nibelungen,

seit Langem eine geheime deutsche Leitkultur


1.  MARS-REISE

Beschreibung des "Planeten B".

Begonnen im August 2018

Inzwischen präzisiert, siehe Rubrik TEXTE-CHRONIK

Weltweiter Nachrichtenstopp seit der ersten Landung von Menschen auf dem Mars. Nach der Rückkehr zur Erde kommen die Marsfahrer in US-Quarantäne. Der europäische Astronaut kann fliehen in einer abseitigen Airline. Dort erwischen ihn zwei deutsche Reporter. Marsfahrer Frank Brandt fürchtet, die Reporter sind US-Agenten. Erst nach langem Wiederstreben und nur weil ihm eine Whistleblowerin hat helfen können, beginnt er zu berichten, zögernd.

Am Ende über Spiegelungen. Rückrechnungen.  Mars spiegelt  Erdzukunft. Wie intelligentes Leben sich selbst beendet. Auch Mars war vormals Wasserplanet. Wie Erde. 


"Das kippt unsere Zeittafeln.“





STIMMEN zum Mars-Text:


"Noch selten habe ich einen eindringlicheren Roman gelesen. Seltsamerweise hatte ich kaum je den Eindruck, es mit Science Fiction zu tun zu haben, vielmehr schafft es der Autor, drängende Wirklichkeit zu vermitteln, die so real daherkommt, dass es einen schüttelt, weil sie die Zukunft des blauen Planeten spiegelt. … Literatur, die einschlägt. Rechnen Sie mit einem Lesekrater.    
Kurzbeschrieb/-bewertung: Science fiction, die so real daherkommt, dass es einen schüttelt. Science fiction, die von der Zukunft des blauen Planeten spricht und dem jetzigen Zustand der ach so intelligenten Menschheit. Literatur die einschlägt. Rechnen Sie mit einem tiefen Lesekrater. Für wen? Das geht jetzt einfach alle an."

Jolanda Fäh   daswortzumbuch.ch

"...ein einzigartiges Interview, am Ende mit Blicken auf Unheimliches - konkret: ins Innere des Mars, in "Blindschächte". ... Das Buch endet mit denkwürdigen Spiegelblicken auf den Planeten Erde, mit kosmischen Visionen, mit Vorstößen ins ewige Rätsel intelligenten Vorhandenseins ... irrsinnig spannend!"
Renate Backhaus  TABOU Karlsruhe

"Meisterhaft zeichnet Jürgen Lodemann das veritable Schreckensszenario eines einst der Erde ähnlichen und durch seine Bewohner zerstörten Lebensortes. Und zieht Parallelen..."
Chilli  -  freiburg, de

"Das liest sich spannend, zieht einen an, lässt einen - nachdenklich geworden - den Roman immer wieder aus der Hand legen, um das Gelesene zu verdauen: Keine leichte Kost, aber inhaltlich und sprachlich stark!"
literaturcafé.de


Der Mann, dessen 900-Seiten-Nibelungen-Roman "Siegfried und Krimhild" mir nach wie vor in bester Erinnerung ist, lässt hier den deutschen Raumfahrer Frank Brandt für die Dauer eines Denver-Berlin-Linienflugs von Reportern befragen. Brandt ist Rückkehrer von einer mysteriösen, weil nach großem TamTam plötzlich mit einer vollständigen Nachrichtensperre belegten Mars-Reise. Die Journalisten erlangen nur mit Mühe das Vertrauen des Astronauten, der vor Geheimdiensten flieht ... Der berichtet dann nicht nur von einer russischen Raumfähre mit gleichem Ziel, sondern auch, dass es auf dem Mars vor Äonen eine hoch entwickelte Zivilisation gab – deren Reste zerfallen bei der ersten Berührung zu Staub. Tief unter der Oberfläche des Mars jedoch haben sich lesbare Spuren erhalten. … Dass Ausbeutung und Block-Denken fatale Folgen haben – gern auch mal in einer so unterhaltenden Form wie hier.
Karsten Zimalla   Westzeit.de

"Glück auf!" aus dem finsteren Kosmos, ein Zukunftsszenario ... ab der Mitte des Buches wird es immer spannender, da zeigt sich mehr und mehr, dass der Mars eine katastrophale Vorgeschichte hat, in der sich das aktuelle Schicksal der Menschheit spiegelt als rücksichtsloser Konsum eines  Planeten. Die Mars-Lebewesen hatten sich, um zu überleben, in immer tiefere Kraterschächte eines erloschenen Riesenvulkans zurückgezogen (was den erzählenden Astronauten ausdrücklich an eine Untertage-Schachtwelt wie die des Ruhrgebiets erinnert). Die Marswesen wandten immer perfektere Überlebenstechnologien an, waren aber unfähig, die Nutzung von Ressourcen gesellschaftlich so zu organisieren, dass ihr Miteinander nicht in einer Versteinerung allen Lebens endete. ... Goethes "Glück auf" am Ende lässt die Bewältigung einer Corona-Krise erscheinen wie einen Testlauf  zu weit Gefährlicherem.
Jens Dirksen    Funke Medien (WAZ, NRZ etc)



"Glück auf! 5. Jan 1828 G" :





G = Goethe



Kurzfassung dieses vorletzten Mars-Projekts:
Aus  verschiedenen Erd-Regionen sind seit Langem Raumsonden unterwegs zum Mars, "unbemannt". Was sie als Neuigkeiten erkunden, ist dem Team in der "bemannten" Sonde bestens bekann. Wer meinen Text las, weiß alles über den "Planeten B", den Nachbarplaneten der Erde, den „erdähnlichsten“. Mars ist Milliarden Jahre älter. Ist heute nahezu tot wie der Mond, hatte nachweislich eine Epoche mit Wasser und dichter Sauerstoff-Atmosphäre.

Und da sollen sich in Milliarden-Äonen nicht gleichfalls Materien verbunden, vermischt und vermehrt haben zum rätselhaften Wunder „Leben“? Da soll Materie am Ende nicht gleichfalls ins Fühlen und Denken geraten sein und in Intelligenz? Lange vor uns? Und dann nicht auch in das Finale, das derzeit Erd-Intelligenz schafft?














In der Landeshauptstadt Stuttgart eine Lesung aus der Neu-Erzählung des Nibelungenlieds aus genauen Quellen. Lesung aus "Siegfried und Krimhild", streng nach dem Wortlaut des riesigen uralten Epos, nach der Handschrift B (der "St.Galler"). In diesem Moment Seite 709, Verfluchung Burgunds durch die isländische Frau. Diu freya stât bituungan ... gradag logna ist giuuafanit - danne wirdit untar ük forhta irhapan - ia lant enti thiut logna farterrit - - -  "Die Frau steht bezwungen ...  die Gier hat sich bewaffnet - darum wird unter euch Angst sein - ja, Länder und Leute werden gefressen von Flammen".

Den geistlichen Autoren um 1200 wurde der uralte und blutige Stoff zum ungeheuren Friedens-Appell. Doch Nationalisten, Romantiker und Nazis konnten mit Frieden nichts anfangen, missbrauchten und fälschten, vorweg die Hauptfigur Siegfried. Für eine dauerhaft geheime Leitkultur,  eine kriegstreibende. "Nacht der Vernichtung, nebele herbei" singt Brünnhilde in Richard Wagners Opernweltkrieg "Ring".

 






In Freiburgs Uni












2. WIE WAGNER SIEGFRIED BESEITIGTE. 

Vortrag 2018 in den Universitäten Freiburg, Basel und im Theater Freiburg, 2019 in Worms bei den dortigen Festpielen. Überfällige Analyse des Mörderischen, das Wagner seinen Siegfried singen und tun lässt. Wortgenauer Vergleich mit dem vernunftnahen Text, den 700 Jahre zuvor geistliche Autoren ihrer Hauptfigur Siegfried widmeten, einem ritterlichen Friedenspraktiker. Siegfried bei Wagner und der im alten Nibelungenled, sie unterscheiden sich wie Krieg und Frieden. Seit 1750, seit der Entdeckung der alten Handschriften wurde der Siegfried der geistlichen Autoren beseitigt, laufen de facto immer neue Ermordungen des mittelhochdeutschen Sivrit, anfangs durch nationalistische Germanisten, schließlich im "Ring" des Hochromantikers Wagner, endgültig durch Nazis.

3. ERMORDUNG SIEGFRIEDS. - Schauspiel nach den ältesten Quellen.

Siegfried von Xanten als das, was er im Chaos der historischen Völkerwanderung laut "St.Galler" Handschrift B ("Weltkulturerbe") gewesen ist, kein Kriegsheld, kein teutonisches Monster, wozu ihn Preußen, Wagner, Germanisten und Nazis folgenreich fälschten. Sondern endlich so, wie ihn die großen Handschriften dokumentieren, allen voran die "Sankt Galler" Handschrift B. Alte Fassungen des Epos zeigen ihn als vernunftnahen Kriegsverhinderer. Als tatendurstigen jungen Ritter, fatal missbraucht zum deutschem Aufputsch gegen Franzosen, Juden oder Russen. Im Wortlaut des Hochmittelalters ist er ausdrücklich ein Versöhner mit "Feinden", rettet auch Verletzte des Gegners, stiftet Versöhnungsfeiern und Festspiele, wörtlich:"Siegfried erwies seine Tugenden an seinen Gegnern". Ein vital tatkräftiger Friedenspraktiker, schließlich Berater des Königs von Burgund und damit Konkurrent von dessen Heer- und Waffenmeister, des Hagen von Tronje. Passauer Mönche verfassten das Epos um 1200 als riesiges ritterlich realistisches Lehrgedicht in Sachen Frieden, nach Hagens Mord am Prinzen aus Xanten freilich mit dem blutigsten aller Untergänge.

4. LYNCH ODER PARADISE LOST. - Filmdrehbuch.

Nach den ältesten Chroniken der irischen Atlantikstadt Galway, einem seltenen Beispiel für frühes friedliches Miteinander von Iren und Engländern. Seit Christopherus Columbus den Ort besucht hatte (bevor er Amerika entdeckte), blühte Galway auf, wurde der Ort vom Fischerdorf zur reichen Handelsstadt, in modellhaft bürgerlichem Kapitalismus für Engländer wie Iren. Unter mehreren gewählten Bürgermeistern namens "Lynch" dauerte diese frühe Demokratie und Kooperation lange und gut, bis schon damals denn doch einer vital durchknallen musste, der Sohn des letzten Bürgermeisters "Lynch". Der Vater war zugleich Galways oberster Richter. Und dann geschah zum ersten Mal, was alsdann für weltweiten Wortgebrauch sorgte, für "Lynch-Justiz".

5. UR-SPD-DRAMA. 

In Europas Aufruhrjahr 1848 entstand ein bis heute unbekannt gebliebenes Musikdrama mit Themen des 21. Jahrhunderts. Eine realistische Freiheits-Oper, zugleich die einzige existierende klassisch/romantische Arbeiter-Oper, hartnäckig ignoriert von Großen Häusern wie vom "Kultur"-Betrieb. Beginnt mit Lohnstreik, steigert sich über Brandschatzung der Fabrik und Kidnapping der Fabrikantentochter Regina zum Selbstmordterror. REGINA heißt die Oper, so hieß auch die Frau des Komponisten, mit der er 11 Kinder hatte. Das Stück,1848 getextet und komponiert vom Berliner Theatermusiker Albert Lortzing agiert im Geist des ersten frei gewählten deutschen Parlaments der Frankfurter Paulskirche und seiner Hauptfigur Robert Blum. Mit Blum war Lortzing seit ihren gee4insamen Zeiten im Leiptziger Theater eng befreundet. In seiner letzten Paulskirchenrede 1848 propagierte Blum die Idee des "Völkerbunds", statt dass weiter gegen einander gehetzt würde. Die Oper REGINA aus dem Jahr 1848  mit "Arbeitern von allen Klassen" und mit Blum als Hauptfigur (hier heißt er "Richard") lebt bereits von den Begriffen der wenig später gegründeten SPD. "Denn leiden soll kein Mensch auf Erden", singt die zentrale Figur. Durchweg geht's da mit Arbeitern um Paulskirchen-Vorstellungen von Einigkeit und Recht und Freiheit - auch mit dem Autor des "Deutschlandlieds" war der Urheber gut befreundet. Zum Wichtigsten wird Richards Gesang: "Ich glaube kaum den schönen Traum - " - nämlich die Befreiung der Regina und eine demokratische Zukunft. Einer der musikalischen Höhepunkte ist das erste Finale, eine Konfrontation von Bewaffneten und Zivlisten mit 8 Solisten, zwei Chören.

 6. LYNCH. - Irisch-Englisches Europa-Drama (siehe oben Nr. 4).

Ein unbekannter Künstler um 1900 hielt im Jugendstil fest, was zweifellos ein entscheidender Moment ist im Nibelungenlied, der alles auslöste an Machtspiel und Tragik. Das ist ein Moment in der Nacht, und zwar in der zweiten Nacht nach den Hochzeitsnächten in Worms. König Gunther ehelichte da die isländische Brunhild, Siegfried die Burgunderprinzessin Kriemhild. Kriemhild ist in dieser zweiten Nacht für einige Momente allein, weil ihr "Liebster", weil Siegfried abermals "Dienst leistet" für König Gunther, der in der Hochzeitsnacht Probleme hat mit Brunhild, sie hängte ihn an einen Nagel. Kriemhild erwacht, richtet sich auf, erkennt im Mondlicht, wie Siegfried zurückgekehrt ist von Brunhild und in seiner Hand Brunhilds besonderen Gürtel zeigt. In diesem Moment geht in ihr sehr viel vor,  Ängste und Phantasien und ein handfester Verdacht. Der alles Weitere auslöst in dem Zehntausend-Verse-Epos der geistlichen Autoren.


Vater und Söhne,  Frühjahr 1941. Vorn der Autor dieser Website (siehe Biographisches):





 

Süddeutsche Zeitung: (Lutz Tantow): Einer flog übers Ruhrgebiet - da liegt ein toter Türke im Kabelschacht und die Behörden werden diesen Fall vertuschen. ... Wie sein Protagonist Langensiepen ist Lodemann nicht nur Sprechbold und Wortjongleur, er ist auch das Ohr im Revier, das dem Volk aufs Maul schaut. Sprache als Entlarvung von Abhängigkeiten.


Erfahrungen in der Mitte der größten deutschen Stadt, in der Zwölf-Großstädte-Stadt Ruhr.









 

November 2017 in Düsseldorf. Unterschrieben wird hier der Vertrag, wonach der literarische Nachlass als Vorlass dem Heinrich-Heine-Institut in Düsseldorf überlassen bleibt, Korrespondenzen, Bilder, Manuskripte, Dokumente, Ideen.
Foto Melanie Zanin




Erste zwei Minuten des Films "Rheinfahrt" (zugleich erste zwei Minuten der Ouvertüre UNDINE, komponiert kurz vor 1848):

Rhein2.mpg (31.95MB)
Rhein2.mpg (31.95MB)



Diese Zeile "Rhein 2.mpg(31MB)"  anklicken, dann kommen über Schirm und Lautsprecher die ersten zwei Minuten eines der rund 30 Dokumentarfilme des Lodemann (vielleicht meine besten, findet er), nämlich der Beginn von 90 Minuten "Rheinfahrt".  Und zwar zu präziser Orchestermusik, komponiert dicht vor 1848 (Ton voll aufdrehen!) vom Komponisten der unbekannt gebliebenen und 1848 entstandenen ersten und einzigen Arbeiter-Oper der klassischen Romantik, der Freiheitsoper REGINA (s. oben: "UR-SPD-Drama" oder unten, unter "Gegen Drachen").

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GEGEN  DRACHEN ?


Im Zentrum: 1848. Europas nie beendetes Aufruhrjahr ist Thema im Drachenbuch, in "Lodemanns Bilanz", einer Sammlung mit den  öffentlichen Reden.

Vorn sieht man „Drachentöter“ Georg (in Nord-Europa Jörg, Jürki, Jürgen), Schutzpatron vieler Europa-Städte. Hier abgebildet auf Freiburgs Ost-Tor, auf dem „Schwabentor“. Da bewacht er das 900 Jahre alte Freiburg. So wie Siegfried, der vermeintliche Drachentöter? Gegen Schwaben? Gegen Stuttgart? Gegen den Osten? Muslime?

In der von Germanisten am meisten geschätzten Quelle des Nibelungenstoffs - Handschrift B, die "St. Galler" -  tötet Siegfried weder Menschen noch Drachen. Das behauptet in dem großen alten Epos allein Hagen, erster Propagandaminister am Rhein. Offenbar fiel hundert Jahre lang nicht auf, dass JungSiegfried total ungeeignet ist fürs Entfachen von Kriegslust, ob gegen Polen oder Franzosen, Engländer, Russen oder Juden. Siegfried ist im Nibelungenlied kein Nationalheld, sondern nach ungehobelten Anfängen mehr und mehr ein friedfertig ritterlicher Menschenfreund. Ein Weltbürger. Will ritterlich hohe minne, liebt Krimhild. Entscheidend für seine Fehler: wan daz in twang ir minne - "hätte ihn nicht ihre Liebe gefesselt". "Unbesiegbar" ist in dem Epos allein die Liebe Siegfrieds und - Krimhilds .

Gegen Realdrachen wetterte schon - teils in Leutesprache - der letzte von Lodemanns drei Ruhr- oder Langensiepen-Romanen, 1985 als Krimi "verschlungen", 2018 erneuert ediert: "Essen Viehofer Platz".

Die Texte in "Gegen Drachen",  meist Reden,  diskutieren Folgenreiches. Vor allem 1848 als "Zeugungsjahr des deutschen Grundgesetzes". 1848 ging es schon um das, woraus dann "trotz alledem", nach katastrophalen hundert Jahren mit deutschen Weltkriegen, eine hervorragende Verfassung wurde.


"GEGEN DRACHEN", von fast keiner Rezension bemerkt, handelt im Einzelnen von:

SIEGFRIED (Seite 11, geredet Januar 2016). – Im riesigen Uralt-Epos, in der historisch blutigen meginfart michil (Völkerwanderung) handelt Siegfried lustvoll als Friedensstifter, in Liebe zu Kriemhild. Endgültig in Wagners "Ring" wurde diese Figur hirnlähmend gefälscht zum "unbezwingbaren" Siegespopanz. Folgenreich für Generationen, für Millionen "gefallener" junger Menschen 1870-71, 1914-18, 1939-45. Militär in den Weltkriegen zog „Siegfriedlinien“. Die FAZ sieht Siegfried neuerdings gern als „deutsche Horrorfigur“, die SZ nennt ihn "deutschen Dämon". Obwohl um 1200, als das Epos entstand, „deutsch“ (diutisk, tiush) längst in Gebrauch war, nennen die fast zehntausend Langzeilen des Epos die Hauptfigur Siegfried nirgends „deutsch“. Der mit dem vrit, frit oder vrid im Namen ist in erster Linie tatkräftig friedfertig, jenseits jeder nationalen Benebelung handelt er fesselnd listig, ohne Mordlust. Der Ritter aus Xanten will hohe minne, stiftet Friedenauffallend ähnlich  wie Prophet Elisa im Alten Testament, da vollendet Elisa Frieden zwischen Israel und Syrien! Siegfried mordet im Epos weder Drachen noch Menschen, ist als Aufstachler völlig ungeeignet, jedenfalls zu Kriegshetze und Völkermord, schafft lebensfroh Versöhnungen mit aggressiven Stämmen, die suochent her und tragent grozen hazz, die wollten „in „großem Hass verheeren“, nämlich (damals) Worms und Burgund. Siegfried erliegt Hagens Lügen und Machtgier. – Und dann? Germanisten?

REGINA (Seite 57, geredet 2016, vgl. oben den Punkt 4: "Ur-SPD-Drama"). – Eine Freiheitsoper aus Europas Aufruhrjahr 1848, ein frühes Anti-Terror-Stück, entstanden aus einer Prä-SPD-Grundsuppe, wenige Jahre vor der Gründung der SPD. In den Hauptrollen agieren da zum ersten Mal in einer ernsten Oper „Fabrikarbeiter“. „Arbeiter von allen Klassen“ agieren da singend für Einigkeit und Recht und Freiheit, mit „Verstand“, nämlich gegen alles, was „freier, als frei“ sein will, was in dieser Oper für Unheil sorgt. Text und Musik sind vom Berliner Albert Lortzing, der nach 1848 mit großer Familie elend endete, abgestempelt als freisinnig. Seine unbekannt gebliebene „Regina“ setzt gegen Terror den demokratischen Geist des Paulskirchenparlaments und ihres populärsten Präsidenten Robert Blum, der Lortzings Freund war und exekutiert wurde am 9. 11. 1848, als "Regina" bis auf letzte Takte der Ouvertüre beendet war. Realisiert wurde die Oper erst 150 Jahre später, im März 1998 in Gelsenkirchen (Regie Peter Konwitschny). Das unverfälschte Material hat seitdem RICORDI.

BAGDADBAHN (Seite 96, November 2015.). – In Europa war die Bagdadbahn eine der wechselseitigen Provokationen für 1914. „Christlicher“ Kolonialismus wollte in der Türkei „Gottes Schöpfungswerk verbessern“. Nach den Reden in Istanbul und Ankara lief dort 2016 der Film „Bagdadbahn“ mit türkischen Untertiteln. Und mit wunderbar aufschlussreichen Debatten.

WILHELM HAUFF (Seite 118, 2002). – Revision eines „Märchens“. In „Das kalte Herz“ erzählt 1827 der 24jährige Stuttgarter Hauff märchenhaft genau von kommender Kapitalindustrie. „Wo viel Geld ist, sind die Menschen unredlich.“ „Sein Hauptgeschäft war, mit Geld zu handeln“ - wörtlich der sogenannte "Märchendichter" Hauff in seinem letzten Text, publiziert nach seinem Tod.

EUROPAS KULTURHAUPTSTADT ESSEN (Seite 153, 2002). – Ebenfalls eine grundlegende Revision, diesmal von Ansichten über das Ruhrgebiet, am Beispiel der zentralen Stadt in der Städtestadt Ruhr, anhand der Kruppstadt Essen, zur Krupp-Zeit größte Bergbaustadt Europas. Seit frühem Mittelalter wichtigstes Frauenstift.

ATOM-IRRTUM (Seite 173, 2013/2014). – Versagen von Atom-Experten, Geologen und Politik am Beispiel des AKW Fessenheim, 18 km südwestlich Freiburg. Die fatale und bleibende Illusion „Endlager“.












"STUTTGART 21" (Seite 184, 2014 und 2017). – Rede in Stuttgarts großem Rathaussaal, in Reihe eins der Finanzminister des Landes und der OB der Landeshauptstadt. Rede über Fehlplanung und Betrug beim lebensgefährlichen Tief- und Schiefbahnhof "S 21". Volksbetrug durch falsche Informationen der Wähler,, durch massive Kosten- und Leistungslügen. Einzig mögliche Lösung: „Umstieg 21“.

VAUBANAISE (Seite 211, 2014) – Mutmachende Reden für eines der Integrations- und Wohnprojekte im Vauban, in Freiburgs „Vorbildviertel“.

ERICH FROMM (Seite 240, 1980). –  Das letzte Interview mit dem Theologen, Soziologen und Psychoanalytiker, Stunden vor seinem Tod. "Die Vision von einem neuen Menschen habe ich im Kommunismus nie gefunden." „Fernsehen - das geht auch befreiend.“

CHAMISSO/GOETHE/LENZ/BÜCHNER/HEINE (Seite 269, 2006). – „Werte“-Rede eines, der argumentiert wie Heinrich Heine in seiner Erklärung der Menschenrechte als den "zehn Gebote eines neuen Weltglaubens".

DIGITALIEN (Seite 260) – Testamentversuch eines alten weißen Mannes.

IN 13 MINUTEN entschied sich am 10. November 1939 die Weltgeschichte. Zur Tat des Tischlers Georg Elser ein Denkmal in Freiburgs Viertel Vauban. Unter einer explodierenden Säule im Münchner Bürgerbräukeller ließen viele ihr Leben. Vor nur 13 Minuten hatte auch Hitler hier gestanden und seinen Weltkrieg propagiert. Die Bombe tickte lautlos. Dann kam die Nachricht, dass er, weil Nebel herrsche, nicht zurück fliegen könne nach Berlin, man biete einen Sonderzug. Der brachte ihn und Goebbels  bis zum nächsten Morgen pünktlich zurück in die Hauptstadt, zum Lenken der neuen Weltlage. Hitler und SS mochten später nicht glauben, der Tischler habe allein gehandelt. Im Verhör der SS sagte er zum Warum nur eins: "Hitler bedeutet Krieg."



Freiburg. - - - Plötzlich? - - - Ende November 1944



PROUST’S  
QUESTIONS


2009 in Irland beantwortet für den „Galway-Advertiser“. Galway am Atlantik, 2020 Europas Kulturhauptstadt

What is your idea of perfect happiness? Being accepted for my imperfectness

Which historical figure do you most identify with? Robert Blum, who was already trying to make Germany democratic in 1848

Which living person do you most admire?  Daniel Barenboim, a conductor - in both senses of the word

Which is the trait you most deplore in yourself? Wanting to be popular

What is your greatest extravagance? Loving REGINA, an unknown opera about liberty, created in 1848

What is your favorite journey? Between my ears

On what occasion do you lie? When writing true stories

Which living person do you most despise? The one, who dismantled the Galway to Clifden railway

What or who is the greatest love of your life? REGINA, the only opera about real factory workers

When and where were you happiest? When I finished my Galway novel after 50 years: “Paradies, irisch”.


(1978)

Which talent would you most like to have? Living in so-called reality

What is your current state of mind? Not suffering from but enjoying life as elderly person

What do you consider your greatest achievement? Turning the fateful German Nibelungenlied into a pacifist tale - in a successfull big book and as a theater play

If you were to die and come back as a person or a thing, what do you think it would be? As an autograph-tree for the new Irish poets

What is your most treasured possession? Enthusiastic belief in human rights

What do you regard as the lowest depth of misery? Absence of live communication

What is your favorite occupation? Dreaming

What is the quality you most like in a man? Fantasy – what about a pedestrian bridge between Galway University and City, spanning the massive old railway pillars?

What is the quality you most like in a woman? Fantasy

Who are your favorite writers? Those with social conscience

What is your motto? We all start as non-conformists



(2008)

In Galwayer Pubs geht gern die gut gelaunte Rede, Columbus habe vor seiner großen Entdeckung auch in Irland geforscht, letztlich sei es Galwayer Fahrensleuten zu danken, dass die Neue Welt entdeckt wurde. Lange hielt ich das für eine der geliebten Gerüchte der Guinness- und Rotwein-Freunde, bis 1988 für meinen Galway-Film Auskunft kam von der Columbus-Bibliothek in Sevilla. Eine alte Reisebeschreibung aus dem Besitz des Columbus hat dort, wo Galway erwähnt wird, einen handschriftlichen Eintrag von der Hand des Amerika-Entdeckers. Nos videmus multa notabilia in Galway  ("viel Bemerkenswertes sahen wir in Galway"). Diese Notiz wurde Titel des Doku-Films über Galway.

Inzwischen steht am Galwayer Hafen ein Denkmal: Von hier aus bekam Columbus wertvolle Hinweise. (Siehe den Start auf dieser Seite, das Drehbuch "Lynch". Aber auch die Seiten "Bücher" und "Filme", dort den Film mit dem Titel "Columbus: Bemerkenswertes sahen wir in Galway").


2012                                                                              Fotos Bille Haag

2009


Das Rindvieh im Sternbild des "Helden" ORION (die drei großen Sterne in Linie als die Stirn der Kuh. "Held" Orion war Angeber, prahlte, ihn hätten Göttinnen erhört - die bannten ihn ans Firmament als Rindvieh)


(Jeweils vor Lesungen aus „Fessenheim“:)

Von den Märchen heißt es oft, dass sie zum Letzten gehören, was Wahrheiten weiß. "Wahr sind nur die Gedanken, die sich selber nicht verstehen", sagen große Denker (Adorno/Scholem). Lassen Sie mich einen Fessenheim-Abend anfangen mit dem Märchen von Undine, von der elementaren Frau aus dem Wasser. Undine ist eine Erfindung des Paracelsus, des Arztes und frühen Naturforschers Theophrastus Bombastus von Hohenheim, gestorben 1541. Den Namen "Undine" holte er sich aus lateinisch unda – Welle. Undine dachte er sich als  Verkörperung der auf diesem Planeten entscheidenden Naturkraft, des Wassers.

Undine heißt auch die Hauptfigur im Freiburg-Roman  "Salamander", ein(e) Ladyboy. Zu Undine entstanden Erzählungen und Märchen der Romantik, auch Opern, von ETA Hoffmann, von Lortzing. Um ein elementares Wasser-Ereignis geht es auch in „Fessenheim“.



Das Nachwort zum Schauspiel SIEGFRIED. DIE REALE GESCHICHTE hat den Titel "Am Himmel steht eine Kuh". Auf diesem Foto vom Sternhimmel im Bereich ORION (hier links) kann man im Viertel rechts unten das Rind erkennen (die drei großen Sterne in grader Linie als ihre Stirn), im Gewirr dieser Himmelsregion, die nach einem archaischen Jäger "Orion" heißt, ohne dass man hier einen Jäger oder eine menschliche Gestalt erkennen könnte. Die Kuh dagegen ist kinderleicht erkennbar, diesen Umriss entdeckte ich als Siebenjähriger im Krieg, meldete das in einer Bombennacht (unterwegs zum Schutz im Bunker der Funke-Zeche "Gottfried Wilhelm) meiner Mutter und die antwortete, auch sie hätten als Kinder diese Sterne so genannt. Aber eine Kuh als Sternbild, das gäb es ja wohl gar nicht. Solche Namen kämen ja immer von wichtigen Leuten.







Vor meiner Lesung sehen Sie jetzt die ersten zwei Minuten des Films „Rheinfahrt“ (hier als Zeile in roter Farbe weiter oben, über den Titelbild "Gegen Drachen"). Da sehen Sie also Zentraleuropas Rhein. Hören aber keinen Kommentar, sondern nur die ersten Minuten der "Zauber-Oper Undine“. Schon diese frühromantische Musik scheint eben das zu erzählen, was der Undine - also der Natur - vom Menschen widerfährt, trotz aller Sehnsucht nach Schönem und Besserem - ihr begegnet die Natur des Menschen als Naturkatastrophe. Der Film "Rheinfahrt" zeigt noch kein Atomkraftwerk, sondern der Welt fast größte Chemie-Fabrik, zeigt die BASF am Rhein, vormals IG-Farben. Im Märchen wie in der Oper ist Undine am Ende zurück in ihren Ursprüngen, "in den Kristallgewölben". Von diesen Gewölben liest man bei Paracelsus und von denen singt Undine in Lortzings Oper, nicht jedoch in der Oper der "Romantiker" Fouqué und ETA-Hoffmann. 


 















Im "Café Größenwahn".  Mit Elke Heidenreich und Heinrih Böll, November 1983                                                                                      Foto: Jörg Höhn


Vor nur zwei Erdsekunden ruinierte Naturkraft unter dem Rhein die Stadt Basel. Zuerst mit einem starken Beben, dann mit Feuer in der brennenden Stadt. Davon zeugen die berühmten "Baseler Totentänze". Das Atomkarftwerk Fessenheim mitten im Erdbebengebiet, wenige km südlich Freiburg,  ist zwar endlich stillgelegt und wird geräumt, wird aber als verkapptes Endlager mit tödlichem Atom-Müll noch lange Probleme machen, für gut hunderttausend Jahre. Weltweit existieren fast 500 Prozessoren, genau 79 sind im Jahr 2021 im Bau. Hinterließen bis heute mehr als eine Million Tonnen Atom-Müll.


Aus 3000 Metern Höhe über der kalifornischen Wüste Carrizzo, fotografiert und gefilmt für die SWF-Filme "Erdbebenland Kalifornien" und "Amerika überm Abgrund". Man sieht hier den Riss in der Erdkruste unverhüllt, der 1906 San Francisco spaltete und dem damals weltberühmten Tenor Enrico Caruso zum "hohen C" die enorme Stimme für "Carmen" stoppte, im soeben errichteten Opernhaus der wunderbaren Stadt. Caruso kam nie mehr nach Frisco.



"An Atom-Prozessoren, ob am an Rhein oder an der Elbe, da dürfte künftig kein Schiff  mehr unkontrolliert vorbeifahren."

(2002, Ansicht eines Sicherheits-Experten für die Schiffahrt zwischen Hamburg und Nordsee)


Blick von Freiburg aus, abends, Richtung Frankreich





Als KleinstSiegfried, 1938.

Mit den großen, den damals nazistisch begeisterten Brüdern,

die dann doch noch, im April 1945, 17jährig und 19jährig, an die Ostfront "durften". "Mussten".

"Den Führer vorm Iwan retten". Hitler.

Sie überlebten.

Alles was danach von ihnen je darüber zu hören war:

"Soldat? Keine zehn Pferde." (Siehe "Der Solljunge")

Lodemann,  Filme- und Büchermacher, wurde gezeugt für Hitler, "dem du danken kannst, dass du lebst". Schrieb ihm der Vater 1936 zur Geburt ins Tagebuch (das Faksimile hier unter "Bücher").

  • Geboren also 1936 in der Kohle- und Stahlstadt Essen, damals Europas größte. Studierte in Freiburg Literatur, Philosophie, Germanistik, naturwissenschaftl. Geographie (Geologie, Morphologie, Klimatologie). Staatsexamen und Promotion (über "Bürgertum" im Vormärz (siehe "Biographisches")
    Nach einem Zeitungs-Volontariat in Essen, Berlin und Hamburg dreißig Jahre lang Filmemacher und TV-Moderator für den Südwestfunk in Baden-Baden
    .

  • Erfand dort 1975 gegen die Sellerlisten die Bücher-BESTENLISTE. Bis heute monatlich  eine mit größter Jury wirksame Qualitätsliste deutschsprachiger Literaturkritik, in der Jury potentiell hundert Berufsleser aus Österreich, Schweiz und Bundesrepublik. Genehmigt wurden vom kleinsten Etat der Sender, vom "Kultur"-Etat maximal 35 Abstimmende.

  • Romandebüt mit 39: „ANITA Drögemöller und die Ruhe an der Ruhr“, erster weitgehend phonetisch notierter Roman ("Ruhrsprech"). Aufstieg und Fall einer Essener Lust-Arbeiterin, die durch ein Bahn-Klo in die Welt kommt.  "Erster deutschsprachiger "Regio-Krimi". "Von einem Schreibtischwüstling" (Stern). "Doll. Döller. Drögemöller". Max von der Grün: „Die deutsche Literatur ist arm an solchen Büchern, die so leicht zu lesen sind und doch ernsten sozialen Hintergrund liefern.“

  • 1980 „AHNSBERCH. Volksstück über die Räuber an der Ruhr", gleichfalls mit "gehörtem Sprechen". Der Chef der ruhrbeherrschenden Zeitung wird gekidnappt. Traum vom autonomen Ruhrgebiet. Ein Jahr lang in Peymanns „Bochumer Ensemble“. Text im Frankfurter "Verlag der Autoren".

  • 1985: „ESSEN Viehofer Platz“, Roman. Das Ruhrrevier als Modellfall. Prekäre Ausländer als Objekte des Menschen-Handels. Volker Hage (damals FAZ): „...Und der Erotik wird in der deutschen Literatur endlich wieder zu ihrem Recht verholfen: Lodemann versteht es ...“. Seit April 2017 neu bei "Klartext" in der Essener "Funke-Mediengruppe" (siehe "Bücher").

  • 2000: "LORTZING" (672 Seiten) über den frühromantischen Theatermusiker und 1848er, der - als erster vor Wagner - Operntexte selber schrieb, 1848 Text und Musik zur Paulskirchen-, Blum-, Terror- und Freiheits-Oper REGINA. In den Hauptrollen: "Arbeiter von allen Klassen" und die Fabrikantentochter Regina, "die mich erschauen ließ ein irdisch Paradies!" Und die Musik? Das Wort "Rheinfahrt" am Beginn dieser Seite bietet Lortzing-Musik kurz vor 1848, die ersten Ouvertüre-Takte seiner Oper über geschändete Natur ("Zauberoper Undine").

  • 2002: „SIEGFRIED und Krimhild. Die Nibelungenchronik“, Fakten-Roman, 893 Seiten. Der sagenhafte Stoff wird nach ältesten Quellen erzählt, im Wortlaut und Sinn der St. Galler Handschrift B. Die Nibelungensage als Menschheitsparabel, zur Wende Europas von der Antike ins Mittelalter. Altgermanist Otfrid Ehrismann: „. . . hat dem Nibelungenmythos eine neue und zukunftsfähige Würde gegeben.“ Siehe "Medien-Echos", hier unten Goethes Kommentar zum Nibelungenlied

  • Eva Willermann (Münster): "Lodemann liest hinreißend." - - - Wolfgang Ignée (Stuttgart): "Exzellenter VORLESER".

  • 2006: "NORA und die Gewalt- und Liebessachen." Langensiepen kann nicht verhindern, dass bei einem britischen Staatsbesuch auf Villa Hügel Queen Elizabeth für anderthalb Stunden von nordirischen Freiheitskämpfern entführt wird, was man nach ihrer Verspätung beim großen Dinner nur am erstmals sanft verrutschten Diadem hätte bemerken können. Mit den besten Worten von Lenz und Büchner, aber auch mit dem sehenden Wort der Droste-Hülshoff: "Es kocht die Ruhr". - Verlag Asso, Oberhausen.
  • 2008: "PARADIES, irisch". Aufstieg und Sturz der westlichsten Stadt Europas. Im 800jährigen Kolonialkrieg Englands gegen Nachbar Irland wird der Fischer-Hafen Galway zum denkwürdigen Modell einer Stadt. Unter der Dynastie der Lynchs geht es im atlantischen Ort früh um Bürgerrechte für alle, entsteht ein Friedens- und Wirtschaftswunder, ein Biotop der Lebenskünste. Diesen Fakten-Roman von der Blüte und dem Absturz der Stadt-Idee - und der Dynastie der Lynchs - bezeichnete Erich Fromm kurz vor seinem Tod als "Tragedy of Justice". - Deutschlandradio Kultur: "meisterlich".

  • mehr in "Bücher", "Filme", "Medien-Echos", "Textproben"




Oben eine sehr fromme irisch-keltische Kirchen-Figur, zu finden im Roman "Paradies, irisch"  und im Drama "PARADISE LOST"


Und über dieser frommen Kirchen-Skulptur sieht man den jungen Musikanten und Theater-Komödianten Albert Lortzing, über den der große Richard Wagner eine interessante Idee formulierte.

Wagner machte über dies Theatervollblut, das ihm im Musik-Theater keine Konkrrenz bereitete, einen guten Vorschlag, der bislang nie realisiert wurde. Wagner schlug vor, die Entwicklung der schwierigen deutschen Dinge sichtbar zu machen an der Entwicklung eines seltenen Phänomens, nämlich an demjenigen der so auffallend selten vorhandenen komischern deutschen Opern.

Was nach seiner Meinung am besten vorzuführen wäre an folgenden Beispielen, an Ferdinand Hillers "Die Jagd", an Albert Lortzings "Zar und Zimmermann" und an seinem, an Richard Wagners "Die Meistersinger von Nürnberg".


SALAMANDER 

Freiburg-Roman

Ein(e) Ladyboy zieht von Berlin nach Freiburg zu ihrem Großonkel, dem alten Schriftsteller Harry, wird aber verfolgt von zwei Liebhabern, dem Amerikaner Bob und dem Türken Tansel. Der alte Harry plädiert bei beiden Lovern für Verständnis, Toleranz, "Integration" und interessiert die jungen Leute für eine real existierende Freiheitsoper von 1848.

Tansel  ersticht Bob.

Bundesanwaltschaft will, dass der alte Harry detailliert notiert, was geschah. Seinen Bericht nennt Harry "Salamander", weil nach seiner Meinung Schwanzwesen mit Feuer spielen müssen (Paracelsus und Lortzing: "In Feuers Flammen spielen Salamander"). Allein Leser von Harrys Bericht wissen, wie sich das zwischen Ladyboy Undine und ihren Lovern anbahnt, mit Lust, Fremdheit, Angst. "Inspirierende Wortgefechte" (Badische Zeitung), "sehr sympathisch" (Stuttgarter Zeitung), "Lesevergnügen" (SZ). "Die Welt": "Roman zu Deutschlands neuer Musterstadt".

(mehr unter "Bücher")





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"Pfarrer Lodemann stürzt von der Kanzel

und erschlägt zwo Gemeindemitglieder"




F.K.Wächter 

"Es lebe die Freihei - "                                               1981


Eine Vorfassung der "Ermordung Siegfrieds" (dazu auch am Beginn dieser Homepage Text Nr. 4)


"Diese "33 Szenen" sind bestens spielbares Volkstheater."

Jörg Bartel, NRZ/WAZ


"Das Theaterspiel "Siegfried" gibt dem viel geschmähten und entstellten Mythos eines wieder: Respekt. Und das war überfällig. Abwarten, ob auch die Theater das so sehen."

Alexander Dick, Badische Zeitung

"Eines der großen Liebesdramen der europäischen Kulturgeschichte als Politdrama der Gegenwart. Ob es je zu einer Aufführung kommen wird? Der Zugang ist nicht ganz einfach, die 33 Szenen gehen über viele Stunden, der Aufwand ist immens. Aber was möglich war für Peter Steins gesamten Faust oder für die Königsdramen Schlachten von Tom Lanoye und Luk Perceval, das sollte auch für Die Nibelungen gelten. Am besten in der Stiftsruine von Bad Hersfeld, auf der Passionsbühne von Oberammergau, vor dem Wormser Dom oder in der Salzburger Felsenreitschule. Europäisches Totaltheater."

Karlheinz Braun in "Herzstücke" (Frankfurt 2019,  der Verfasser war Leiter des Suhrkamp-Theaterverlags, dann leitend im Frankfurter "Verlag der Autoren")


Schlussbild des Ruhr-Stücks AHNSBERCH. 1980 ein Jahr lang im Schauspiel Bochum, unter Intendant Peymann, Regie Alfred Kirchner.






Und schier nichts hätte Autor Lodemann gegen eine Realisierung seiner zwei Europa-Dramen "Ermordung Siegfrieds" und "LYNCH oder PARADISE LOST") in den laut Düsseldorfs Kultursministerium "monumentalen Industriebauten des Ruhrreviers",  in der Zwölf-Großstädte-Stadt Ruhr.













Goethe, als er das Nibelungenlied las, wünschte sich das zu einem „Volksbuche“. Offenbar sollte diese enorme Epik jeder kennen. Weimars Theaterchef wünschte sich das altdeutsche Epos so lesbar wie spielbar - als Volksstück. Am 28. 8. 1808 war Bibliothekar Riemer sein Tischgast und hat notiert, Goethe habe davon geredet, wie Romantisches einzig erträglich werde. "Nur da, wo es in der Großheit ans Antike grenzt, ans Tragische, wie in den Nibelungen.“ 





Und der AHNSBERCH- und SIEGFRIED-Autor: "Überfällig, dem ältesten Stoff des zentralen Europa seinen Rang zurück zu geben, seine enormen Bilder und Träume, sein globales Entsetzen. Durch älteste Quellen würde dann auch der Drache sichtbar - als Wahrtraum, als Innenbild für Besitz- und Machtsucht. Die Autoren um 1200 kannten noch Roms Propaganda. Und Griechenlands Tragödien. Die Wahrheiten der antiken Mythen.

Spätestens ab 1870/71 wurde der frühe Weltbürger aus Xanten - der mit dem „fried“ im Namen - missbraucht als "teutscher Karakter", als "blonde Bestie", als "Nationalheld",   "Kriegsheld" - für "Deutschtum",  "Ehre", für "vaterländischen Opfergang".  Für „Siegfriedlinien“ der Militärführung. Für Weltkriege.






Als die Nachricht vom Heine-Institut gekommen war - - -

Wörtlich: "Der literarische VORLASS und NACHLASS des Schriftstellers, Fimemachers und TV-Redakteurs Jürgen Lodemann, geb.28.3.1936, wird mit Beschluss vom 22.11.2017 ab dem 22.11.2018 vollständig Besitz und Eigentum des Heinrich-Heine-Instituts der Landeshauptstadt Düsseldorf." - - -  (Bilker Straße 12-14, 40213Düsseldorf, Tel. 0211-3451553).




foto melanie zanin