Jürgen Lodemann
Schriftsteller, Filmemacher

Jürgen Lodemann persönlich?
















"Gruß aus der Kanonenstadt". Krupp-Werbung 1914 zum Start der Geburtsort Essen? - - - "Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts"  - - - "Essener Gruß" - - -

 



Zwei Krupp-Flugblätter am Beginn von Weltkrieg Eins.

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Sehr anders und viel klarer sah das alles schon mal (s. unten) der "Kladderadatsch", 1867!



Bücher- und Filmemacher Lodemann kam zur Welt am 28. März1936 als dritter Sohn (der "Solljunge") in Essens "Krupp-Klinik". Die sehr alte Stadt Essen war 1936 Europas größte Stadt für Stahlproduktion geworden, zugleich größte Bergbaustadt für Kohle.

Die Mutter Krankenschwester in Westfalen, der Vater ältester Bauernsohn in Niedersachsen. Statt  Landwirt zu werden auf einem großen Hof bei Celle, wollte er lieber die Zukunft studieren, nämlich Elektrotechnik in der TH Hannover, wurde Elektro-Dipl.-Ingenieur. Seine drei Kinder, drei Söhne, machten in Essen Abitur am naturwissenschaftlichen Helmholtz-Gymnasium. Jürgen, acht und zehn Jahre jünger als die Brüder, folgte gleichfalls dem Nazurwissenschaftlichen. Der Vater, in Essen seit 1925 bei der Allgemeinen Elekrizitäts-Gesellschaft AEG, hoffte, auch seine Söhne würden Zukünftiges studieren. Der Jüngste allerdings ergab sich lieber der Vergangenheit, in Freiburg der Literaturgeschichte, der Altgermanistik, dann der Erdgeschichte, "Erdkunde",  Metereologie, Geologie, mit Lust auch der Geomorphologie, warum die Erde also so aussieht wie sie halt aussieht. Promovierte 1962 aber über 1848: Lortzing und seine Spielopern. Deutsche Bürgerlichkeit. Bestand das Rigorosum in neuer wie alter Germanistik und Geophysik, in den Schulfächern Deutsch und Geographie. 1963 in diesen Fächern auch das Staatsexamen "für das Lehramt an Höheren Schulen".

1963/64 Zeitungsvolontär in Essen, Hamburg und Berlin (Springer-Verlag mit "Welt", "Welt am Sonntag", "Welt der Literatur"). Aber von 1965 bis 1995, also 30 Jahre lang Fernseh-Redakteur im Südwestfunk in Baden-Baden, die Wohnung jeweils in den umliegenden Weindörfern, ab 1964 verheiratet, zwei Söhne. Als Filmemacher Dokumentarfilme vor allem über das Ruhrgebiet (siehe Rubrik "Filme"). Ab 2.Januar 1972 Moderation, Produktion und Redaktion der Fernsehreihe Literaturmagazin, ab 1983 unter dem Titel Café Größenwahn. Seit 1975 monatlich mit der "Anti-Bestsellerliste", der Bücherbestenliste des SWF (heute SWR), nämlich statt aller Umsatzpropaganda eine Qualitätsliste mit vielköpfiger Jury, als Juroren und hälftig Jurorinnen möglichst hundert "Berufsleser". Die Zahl 100 für die Jury scheiterte am kleinsten Etat der Sender, an dem für "Kultur". Immerhin blieb die Liste bis heute wirksam, weiterhin mit monatlich gut 30 Juroren. - Früh Mitarbeit bei ZEIT, FR, FAZ, WAZ, TAZ. Neben  den monatlichen Sendungen und den Dokumentarfilmen auch Romane, Essays, Theatertexte .

1975 Debut mit "Ruhrsprache", beim UrSchweizer Diogenes-Verleger Daniel Keel, beim Lektor Gerd Haffmans: "Anita Drögemöller und Die Ruhe an der Ruhr". 1976 "Lynch und Das Glück im Mittelalter", ein historisches, ein englisch-irisches Kooperations-Wunder in Galway, das als Fischerhafen am Atlantik aufstieg zur Handelsstadt - im dramatischen Finale geschieht der früheste Fall Lynch. Dann bei Diogenes 1977 "Phantastisches Plastikland" (USA-Reise "im rollenden Familienhaus"), "Im Deutschen Urwald" (Geschichten, Gedichte) und 1985 "Essen Viehofer Platz". 1980 als "autobiographischer Roman": "Der Solljunge. Ich unter den anderen".  (Siehe "Bücher")

1980 im Theater Bochum das Lustspiel AHNSBERCH, gleichfalls in Ruhrsprache. Bei Thienemann in Stuttgart Jugendbücher: "Jahrtausendflug" (erstmals zum Mars) und "Siegfried" (erstmal ins Hochmittelalter). 1996 "Meine Medienmemoiren" (Isele). 1998 bei Steidl in Göttingen "Muttermord". 2000 "Lortzing", 780 Seiten über den musikantischen Kommödianten, 1848er, Freiheitsbürger und ersten Verfasser einer Arbeiter-Oper. Im neuen Jahrtausend bei Klett-Cotta (zugleich bei dtv): "Siegfried und Krimhild. Die Nibelungenchronik" - das kam 2002 (7 Jahre nach der Verrentung im Sender) zweimal auf Platz Eins der "Bestenliste des SWR". Bei Asso in Oberhausen "Nora und die Gewalt- und Liebessachen". Bei Klöpfer&Meyer in Tübingen der Freiburg- und Undinen-Roman "Salamander". Bei Klartext in Essen "Paradies, irisch", der ergänzte und präzisierte Lynch-Roman.  Dann die Novelle "Fessenheim" über das AKW neben Freiburg, das die Stadt bei Erdbeben binnen 30 Minuten unbewohnbar gemacht hätte. Dann die öffentlichen Reden (zum Beispiel gegen S 21 im Großen Rathaussaal Stuttgart) in "Gegen Drachen". Der Zukunfts-Entwurf "MARS AN ERDE" wurde soeben Satz für Satz erneuert zu:"SCHLAGENDE WETTER. Report vom Roten Planeten" (siehe Rubriken "Bücher" und "Texte-Chronik").  

Mitglied des PEN-Zentrums, 1983/84 Bernt Engelmanns Vize im Vorstand des deutschen Schriftstellerverbands, Vorsitzender des Landesverbands Baden-Württemberg,  dort seither "Ehrenvorsitz", anfangs mit Walter Jens. Lehraufträge an Universitäten in Essen, Stuttgart, Frankfurt, Marburg, Freiburg und 2004 in Gainesville/Florida.

1978 Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik. 1987 Essener Dramatikerpreis. 1988 Literaturpreis Ruhrgebiet. Für "Siegfried und Krimhild" 2002 Phantastikpreis der Stadt Wetzlar und - als letzter Preisträger - Literaturpreis der Landeshauptstadt Stuttgart. 2004 "poet in residence" an der Univ. Gainsville/Florida. 2005 „Professor des Landes Nordrhein-Westfalen“ durch das Kulturministerium in Düsseldorf "in Anerkennung seines Engagements für die Kultur des Ruhrgebiets". 2008 poet in residence an der Universität Essen/Duisburg. 2009 "writer in residence" an Irlands National-Universität Galway.


Warum heißt die Stadt Essen Essen?

Weil schon oder noch im Schwedischen die Eschen "Essen" heißen und weil das Ruhrrevier vor tausend und mehr Jahren den imposanten Waldbestand hatte, den die Großstädte Bochum (BuchenHeim) und Essen (Eschen-Ort) in ihren südlichen Teilen noch heute bieten. Sagt Lodemann, aufgewachsen im Essener Stadtwald, in der Drosselstraße, die vom verlängernden "Drosselanger" (von der "Heimliche Liebe") einen Blick liefert hinab auf die üppig umwaldete "Villa Hügel", was sein autobiographischer Roman "Der Solljunge" detailliert mitteilt, und fast alle Romane.

Ausgiebig wird in bisher jeder alten und authentischen Siegfried-Quelle oder Nibelungen-Version mitgeteilt, dass die weisen Frauen ("Meerfrauen" heißen sie im Epos, locken in die Donau), dass diese geheimnisvollen Superfrauen der Nibelungensage alt- oder mittelhochdeutsch die "Idisi" sind, etwa in den "Merseburger Zaubersprüchen": "Idisi heri lezidun" - "kluge Frauen stoppten das Heer", das heißt: sie blockierten das Militär. Und dass tut dann auch einer, der in Xanten aufwuchs und wohnte, und der diese Idisi (später hießen sie "Hexen") am ehesten erreicht haben würde in der Nähe von Eschen, ergo am besten in Asnidhe - (lateinisch asnithi) - im "Eschen-Ort" Essen. Die Esche hatte halt mythischen Rang, nicht erst wegen der Welten-Esche YGGDRASIL.

Essen, im Altdeutschen und noch zur Zeit Karls des Großen Asnidhe, wird übers Lateinische assinthi zu Assint und  in den städtischen Chroniken dann zu Essend. Noch im 16. Jahrhundert heißen da Flugblätter "Essendische Nachrichten". Essen blieb dann tausend Jahre lang mit einem Adelsstift für fromme Jungfrauen deutschlandweit wichtig und hütet deswegen noch jetzt einen riesigem Domschatz beim Bischofs-Münster, das so alt und so romanisch ist wie der Aachener Dom. Und Essen im Industrie-Zeitalter? In Lodemanns Geburtsjahr 1936 ist es Europas größter Bergbau-Ort und zugleich, unter Krupp, Europas größte Stahlstadt. Sie ist Jahrhunderte älter als etwa Freiburg - wie alle Großstädte im Ruhrgebiet, wie Duisburg, Bochum, Dortmund, Essen. Hier die Westseite des Essener Münsters:










WOHNORTE waren: In Nazizeit und Krieg Essen, auch am Ostrand des Ruhrreviers in Ahlen in Westfalen, dann in Celle und in Stedden an der Aller. Und viele Kliniken. Und dann, in den 30 Arbeitsjahren beim Sender in Weindörfern südlich Baden-Baden. Danach Karlsruhe, wo für die Kinder in der Waldstadt eine Waldorfschule zu gründen war. Nach 1995 zehn Jahre Wohnung in Irlands Atlantikstadt Galway.

Als Rentner sieben Jahre in Horben oberhalb Freiburg, unter Freiburgs Hausberg "Schauinsland". Seit 2005 Wohnung im Freiburger "Vorbildviertel" "Vauban", im Stadtteil mit den wenigsten Autos und den meisten Kindern. Näheres  im Freiburg-Roman "Salamander" oder hier weiter unten im Text über dem alten Bild mit der jungen Mutter und den Brüdern in einer Essener Wanne.


1932. Die schöne Mutter im Essener Stadtwald-Viertel, mit den älteren Brüdern Rudolf und Gert. Jürgen kam erst 1936 zur Welt, als "Solljunge".


Als Friedel Siegmann war sie Rotkreuz-Schwester gewesen in der Bochumer Klinik für Bergleute. Auf einer Bahnfahrt  nach Berlin 1925 saß ihr gegenüber Friedrich Lodemann, "der Studierte", 34jährig. Friedrich Lodemann sprang im Berliner Bahnhof auf, hob ihr den schweren Koffer aus dem Gepäcknetz - der Griff riss. "Das geht auch gut ohne", habe der gesagt. Hätte sich den Koffer unter den Arm geklemmt. Nannten sich ab dann beide "Friedel", gut 50 Jahre lang.

Wohnung hatte ich immer auch in der Zwölf-Großstädtestadt-Ruhr. Noch zuletzt bei Freunden in Essen-Steele, deren vormaliges "Herrenhaus" inzwischen stark altert - unter einer enormen Esche. Die zogen dann dorthin um, wo in Essen-Rellighausen meine Grund- oder "Volksschule" stand und wo ich in die erste Lehrerin sofort verliebte, sie heiß "Fräulein Durchleuchter", hatte rote Backen und ich durfte sie bsuchen.





In NRW per Briefpost oder Mail bin ich noch heute - seit 2017 - erreichbar über das Heine-Institut, Bilker Straße 12-14, 40213 Düsseldorf, 0211-8995564, dort vor allem über den kundigen Martin Willems.



Vater Friedrich, 1925





1937,  Brüder. Weiterhin 8 und 10 Jahre älter.

Lungenbefund des Kinder-Doktors Nedelmann: "Hiliusdrüsen-TB"


Mit der Krankenschwester-Mutter oft an die See oder in die Alpen.



"Essen Stadtwald, Drosselstraße 24", 27 Jahre erste Adresse.














 1939 Schwert-"Leithe" für den Dreijährigen. Die Brüder nun 13 und 11 .






1941, hinter Essens höchstem Punkt, hinter der "Heimlichen Liebe", unterwegs zur "Schwarzen Lene". Der Bruder ist an diesem 19. April 15 geworden, ich Ende März 5.

1941 viele weiße Figuren, Mutter mit weißem Hut, hinter dem  Kinderwagen ich. Glaube noch jetzt die Mutter der Zwilinge reden zu hören, wie sie "meine Polin" lobt: "Die bleibt immer vergnügt, auch beim Bomben-Angriff. Keine Angst, Frau, mir tun die ja nichts."




1942 im Essener Stadtwaldviertel in der oberen Drosselstraße, im Mai, und der Vater sagt, ich soll mich unter den blühenden Baum stellen.  Als das Foto geknipst ist, grüßt er einen älteren Passanten mit "Heil Hitler". Der alte Mann grüßt zurück mit "Grüß Gott". Auf dem Weg hinauf zur "Heimlichen Liebe" (von wo die Waldberge des Essener Ruhrtals zu sehen sind und mitten darin, tief unten zwischen großen Bäumen, Krupps Villa Hügel), unterwegs also hab ich ihn gefragt, warum der alte Mann mit "Grüß Gott" geantwortet hat. "Er weiß es nicht besser." Auch das höre ich noch heute.


In einer der nächsten Nächte fallen im Stadtwaldviertel die ersten Bomben auf die Nachbarhäuser. Wir sitzen nebenan im Keller, hören die Explosionen, am nächsten Morgen fotografiert der Vater den "Bombenterror", unten eines seiner Bilder. In dem Haus hatten Mädchen gewohnt, mit denen gut zu spielen war. Mir war damals aus dem Radio deutlich in Erinnerung, dass auch "wir Deutschen" Bomben warfen. Auf "Engelland". So hätte ich das besungen, schrieben mir die Brüder in mein Tagebuch.



Wieder unterwegs zur "Heimlichen Liebe". Die Brüder sind tags im Helmholtz-Gymnasium in der Stadt, oft auch nachts, nachts jetzt oft bei der FLAK im Ruhrtal, bei  "Flieger-Abwehr-Kanonen". Kurz vor dem "Eingezogen-Werden".


Im Garten in der Drosselstraße 24. Müssen noch im April 1945  an die "Ostfront",  noch 1945, "Berlin retten", "den Führer, vorm Russen".



Ihr "Nesthäkchen" ist für all das noch viel zu jung, wäre so gern "Pimpf" geworden. Spielt hier mit einer Figur aus dem Puppentheater, einem Polizisten.





Und kommt 1943 zur Sicherheit dorthin, wo der Vater bei Celle den Bauernhof hätte erben und bewirtschaften können, wenn er nicht lieber in Hannover studiert hätte, ab 1919 die Elektrotechnik. Seit 1943 lebt bei Celle sein "Solljunge" (erst mit dem dritten Kind beginnt ja "Vermehrung", eines seiner ca. 30 Buchtitel heißt dann "Solljunge") in der Familie seines jüngeren Bruders, der den Hof übernahm. Lebt dort 1944 mit den ersten Flüchtlingskindern hier in Stedden an der Aller, wenige Kilometer neben Bergen-Belsen. Ahnungslos.








In den zwei ersten Semestern in Freiburg (1956/57) wurde auf Vaters Wunsch  auch der "Solljunge" zum "Fuchs" in einer "Verbindung", freilich in einer "nicht schlagenden",  in einer nur "Farben tragenden" (schwarzrotgold), auch das endete nach knapp einem Jahr.




Die hatten am Feldberg eine prima Hütte, dorthin lotste er im Sommer 1956 mit Freund Ekkehard (links, der studierte Latein und Geschichte) die Eltern (rechts der Vater), und neben den Eltern der ägyptische Bibliothekar und Dichter Abdel Gaffar Mikkawi. Der Vater arbeitete damals an knapp 100 Schreibmaschinenseiten unter dem Titel "Der Große Irrtum", an seinen Nazi-Erinnerungen ("größte Verbrechen", "unvorstellbar", "betrogenes Volk"), erschien leider erst 2003 als Buch, 30 Jahre nach seinem Tod (Vorwort Harald Welzer).

In Essen hingen hinterm Sessel der Mutter seit 1939 die Worte "Lerne Schweigen ohne zu platzen".

1972, kurz vor ihrem ersten TV-Auftritt, die anfangs übers Südwestfunk-Radio berühmt werdende Elke Heidenreich, die ich ins TV-"Literaturmagazin" eingeladen hatte  - "Kennen wir uns nicht? Aus Essen?" - Hatten jahrelang im selben Gebäude in Essen-Rütentütt "höhere Schulen" besucht. Sie dort vormittags das Gymnasium für Mädchen, ich nachmittags das für Jungen und für Naturwissenschaften. In der Woche drauf Mädchen und Jungen jeweils in den anderen Tageshälften. Im zerbombten Revier fehlten Schulen. Doch es wucherte die Ruhrsprache. Elke besprach im "Literaturmagazin" und im "Café Größenwahn" zunächst Kinderbücher. Hinreißend.






Ruhr-Sprech entdeckten wir um die Wette, jede(r) auf eigene Weise.





Als ich TV-Mensch geworden war, stellte mich In Kurl bei Dortmund einer meiner Brüder vor ein Schild, das einem Bergwerksdirektor galt.  1975 war mein erster Roman erschienen: "Erinnerungen in der Zornigen Ameise an Geburt, Leben, Ansichten und Ende der ANITA DRÖGEMÖLLER  und die Ruhe an der Ruhr".







In Baden-Baden startete die  "Anti-Bestsellerliste", die BÜCHER-BESTENLISTE  DES   SWF, propagiert hier zum Beispiel in Stuttgart in "Hosers Buchhandlung":

Ob mit oder ohne Bart, ob fremde Bücher oder eigene, ob Nibelungen-MORD oder 1848, es ging rund im Sendegebiet zwischen Köln und Zürich







1980 in "Der Solljunge" ein Versuch, herauszufinden, wie das gewesen war in "unserer", in der "Nazi-Familie". Der Zürcher Diogenes-Verlag (Gerd Haffmans) nimmt als Titelbild Vaters Foto, geknipst kurz hinter der "Heimlichen Liebe" im Stadtwald. Vor mir die Mutter, rechts der älteste Bruder.












"Der Solljunge", im alten Buchenwald über der Ruhr, hinter der "Heimlichen Liebe" im Essener Stadtwald. - 1980 in Zürichs Diogenes-Verlag



Sommer 1939, im Original drei Zentimeter breit, ein Schnipsel, die Vergrößerung natürlich sehr unscharf, da entstand im Garten der Drosselstraße 24 ein großes Familienfoto, da war Besuch gekommen vom „Lodemann-Hof“ in Celle, irgendwann später, pubertär, machte ich mir diesen winzigen Ausschnitt, alle Erwachsenen rechts mussten weg, nur die Hand der Mutter war nicht zu beseitigen.


In diesen Tagen zündete der, "dem du zu danken hast, das du lebst" den nächsten Weltkrieg, "ohne ihn wäre Deutschland nicht, wärest du nicht". Die lieben Brüder, scheint mir, zeigen mich dem fotografierenden Vater her, präsentieren mich, finde ich, wie einen Kleinst-Siegfried, der älteste richtet mein Schwert, der jüngere hält mir den wehenden Mantel, der Arm der Mutter will eingreifen von rechts, ich selber setze deutlich Schritt vor Schritt und lasse auf dem Haupt die blonde Locke wallen. Als Ex-„Kriegskind“ weiß ich noch jetzt, dass ich „im Radio mitsingen“ konnte, was gegen den englischen Mister Chamberlain die "Siegfried-Linie" besang, jene Kampf-Linie gegen Franzosen und Engländer im ersten Weltkrieg, die nun wieder genutzt werden würde, und nun siegreich.




Mai 1941 in der Drosselstraße in Essen-Stadtwald, unterm blühenden Kirschbaum


1997 wählte Verleger Steidl für sein "Solljungen"-Cover das Foto mit dem Matrosenanzug.

Der Vater hatte im Weltkrieg I  die verlustreichste aller Seeschlachten überlebt, die Schlacht im Skagerak. Kurz nach diesem Foto geht der alte Mann vorbei, mein Vater: "Heil Hitler." - Der Mann: "Grüß Gott". - Ich: "Warum sagt der Grüß Gott?" - "Er weiß es nicht besser."











Zuletzt gern hinab in wüste Türkei. - Oder mit Freunden auf Rädern von Zeche Zollverein in Essen zur Zeche Zollern in Dortmund. Quer also von West nach Ost durch die Ruhrstadt, nochmal fast wie Martin Walser (s. den Berginn der Rubrik FILME).

Filmen und  Wohnen und Architektur entdecken in der "Grünen", in "Europas Kulturhauptstadt Ruhr" 2010














In diesem Tal, so hörten wir, an diesem Felsbruch habe einst der Ruhrbergbau begonnen - durch wen wohl, wenn nicht durch den Schmied aus Xanten, den Frauen- und Erdkundigen







 

 








In Poznan in Polen über "Germanistik" diskutieren. Ja, die IDISI, die Waldhexen, die liebten sie, die Idisi und ihren althochdeutschen Wörterzauber




Oder ein Dokumentum in Kassel - als Einzelner alle Anderen stämmen.

Oder aber die Rocky Mountains filmen, von Denver aus den Colorado westwärts aufwärts, bis Salt Lake City:







- - - oder den Rhein, "Vom Rheinfall bis zum Drachenfels":



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- - oder bewundern, was sich in Freiburg allabendlich im Fenster zeigt,  und immer wieder anders





- - - oder nochmal Kopfstand, als die Freundin und ich zusammen 140 Jahre alt werden und Freunde uns wohlwollend zuschauten und staunten auf dem "Döblinplatz" in Freiburgs Stadtteil Vauban. Links neben diesem Kopfstand  gut 50 staunend Klatschende








Das war's. Nämlich die letzte von mehr als 250 Sendungen im Studio. Schluss mit "Café Größenwahn". Dichter Otto verstaut seine Stichworte, Elke lässt sich freundlich derangieren. Ich wende mich weg, das war's? Ende für immer?









Wenig später an der Ostgrenze Österreichs, vor mir und hinter mir Balkan. Ich will in das seit meinen ersten Atlas-Zeiten geliebte runde Rumänien. Da herrscht noch immer Ceaucescu. Schluss mit Führern! Und mit Fernsehstuben, die gegen Machthaber nur um Mitternacht was tun wollen und nicht mal dann - - -

Vertragsabschluss mit dem Heine-Institut, mit der Leiterin Dr. Sabine Brenner-Wilczek. "Der literarische Vorlass/Nachlass des Schriftstellers, Fimemachers und TV-Redakteurs  Lodemann ist mit Beschluss vom 22.11.1917 ab dem 22.11.2018 vollständig im Besitz und Eigentum des Heinrich-Heine-Instituts der Stadt Düsseldorf." Bilker Straße 12-14, 40213, Tel. 0211-3451553, z.B. Martin Willems.


My new Project - a big Cinema Movie:


L Y N C H   or   P A R A D I S E   L O S T


The Galway-Story – a story of a Capital of love and early capitalism


Nearly 80 Lord Mayors of the remarkable Irish Atlantic town of Galway in medieval times were named LYNCH. This English tribe LYNCH was the most important of 14 other English tribes, once sent to Galway to stop problems in Ireland with Irish temperaments. The Lynchs succeeded, in a memorable way. Lynchs changed the “Celtic” old small fishing village into a prosperous Atlantic harbour of wellness and peace, making more and more maritime trade with Spain. Christophorus Columbus, before starting his discoveries in the West, was a Galway visitor, studying Galway’s Atlantic ships and all experiences and knowledges of sailing in western directions. Like Columbus also the Lynchs created a new world in the Lynch’s way– as an urban civilisation, early democratic, liberal and peaceful.

But Lynchs wonder-world  about 1600 ended in a dramatic disaster.

Galway’s last Lord Mayor Lynch invited the only son of his best Spanish business-friend, invited the young and handsome Juan to accompany him to Galway. In Galway Juan befriended Lynch’s only son Patrick, but Pat Lynch was engaged with the very lovely Agnes Joyce – daughter of the Joyces, at that time also an important tribe in the City. The three Youngsters had exciting love affairs, but young Patrick Lynch’s jealousy stopped the happiness: young Juan was found dead in Atlantics surf, murdered by Patrick. His father, not only Lord Mayor but also first judge in town had to sentence his own son to death. When the execution was supposed to take place in the middle of the old city (see the picture enclosed), inhabitants of Galway succeeded to stop the horrible act, the executioner didn’t do his job – but father Lynch himself executed. From this time words like lynching and lynch justice exist worldwide.
I wrote books about this very memorable case, produced documentaries for German Television. And because Galway will be Europe’s Cultural Capital in 2020 I wrote the script for an opulent cinema-film about the exciting Lynch story, which is up to this time an undetected European event and sensation.
The LYNCH-film will show early capitalism as European model event. In the beginning the City of Galway is an island of peace, happiness and friendship in hard contrast to all the many bloody long struggles, fights and wars between Ireland and England. But then in course of a love story lucky live collapses in a human tragedy, as political as private. The worldwide known philosopher and theologian Erich Fromm red the historic facts of my novel “Lynch” and called this great 16 thcenturystory “the tragedy of the good man”.

This cinema project should catch the interest of best European film producers. The exciting and unique Lynch story has big dimensions and needs cooperation in several meanings.

By the way: Real name of  Che Guevara is Ernesto Guevara Lynch – he liked to visit  Galway, to hear his Grandma Lynch!

Philosopher Erich Fromm 1978 about my historic novel LYNCH:

„I was delighted with your book, it was a pleasure to read it, from the beginning to the end. You succeeded in many respects, in a very difficult task, in your description of the end of Middle Ages at the moment of their change into the modern world, in the aliveness of the persons of whom you draw a picture and not only of the persons but also of their way of life which is so concrete and alive that one feels present at their festivities and conversations. But the most fascinating and perhaps the most significant part of your book is the theme which one could call the tragedy of justice, the tragedy of the good man.”

Curriculum vitae:

Jürgen Lodemann was born 1936 in Essen (“Ruhrgebiet”, Germanys biggest industrial area), 1962 promoted in Freiburg as “Dr. phil” (researching German operas), published nearly thirty books (telling real stories), worked 1965 to 1995 as a literary editor and film maker, produced for TV cultural documentary movies in USA, Egypt, Turkey or in Ireland, in Ireland a 90-minutes-film titled: “Columbus: Multa notabilia videmus in Galway” (Many remarkable things we saw in Galway.). The title uses a sentence hand written by Columbus, when he found in a very old book the name GALWAY: “Remarkable things we saw in Galway” – the film presents them!

Galway about 1600:












Statt dieser historischen und denkwürdig dauerhaften Europa-Tragödie in der Atlantikstadt Galway war ab 1995 nur noch Baden-Baden? Ich zog ab, ging auch ohne Filmerei auf Reisen, so weit wie möglich ostwärts, westwärts. Das war's? Alte Klassenfreunde, nach Essen eingeladen, zur Ruhr - im Wald hell "Villa Hügel", überm Baldeneysee.


Hans-Peter und Ewald, Schulfreunde, 2017, beim Klassentreffenin Essen, inzwischen alle 80, hier in Essen-Werden über Ruhr und See. Hinten aus'm Wald guckt Krupps Villa Hügel. Und in Werden an der Ruhr, ähnlich uralt wie Essen, fand sich diese Darstellung des Gekreuzigten:



Nach der ersten Lesung "Gegen Drachen" in Freiburgs besonderer Buchhandlung "Jos Fritz". Mit "Onyx" aus Rumänien. Die Vierbeinige ist extrem hellhörig, hört bei Lesungen aufmerksam zu, fast stundenlang - fast. "Gegen Drachen"? Blick aus dem Freiburger Fenster: